China - Shanxi 2001

 
     
 
 
 

"Projektbesuch in der Provinz Shanxi – 2001"
- Datong, Hengshan & Yingxian, 17. und 18. Mai 2001 -

 
     
 

Datong – eine unansehnliche Industriestadt mit alter Tradition – liegt mitten im Kohlerevier der Provinz Shanxi auf einem Lößplateau in ca. 1.200 m Höhe, nahe der Provinzgrenze zur Inneren Mongolei. Sie war während der Nördlichen Wei-Dynastie (386 – 534) Hauptstadt des Nordreichs, geriet jedoch später in Vergessenheit, als die Wei ihren Mittelpunkt nach Luoyang verlegten. Die Liao und die Jin machten Datong zu ihrer zweiten Hauptstadt (907 – 1234), während die Ming-Kaiser (1368 – 1644) die Stadt wegen ihrer strategisch günstigen Lage im Rücken der Großen Mauer zur Garnisonsfestung ausbauten. Heute ist Datong für Besucher wegen seiner schönen Altstadt und insbesondere wegen der Yun-Gang-Grotten interessant. Letztere gehören zu den bedeutendsten buddhistischen Kultstätten Chinas; insgesamt 53 in Sandstein gehauene Höhlen erstrecken sich über eine Länge von ca. 1.000 m und beherbergen über 50.000 Statuen und Reliefs, die bis heute erhalten geblieben sind. Die Grotten mit ursprünglich mehr als 100.000 meist farbigen Figuren entstanden in der Wei-Dynastie zwischen 453 und 495; die größte Statue stellt den Buddha Sakyamuni dar und ist 17 m hoch.

Etwa 75 km südöstlich von Datong liegt nahe der unbedeutenden Kreisstadt Hunyuan der heilige Berg Hengshan. An eine ihm gegenüber liegende Felswand schmiegt sich ein faszinierendes hängendes Kloster – das Xuan Kong Si. Es wurde im 6. Jahrhundert gebaut und umfasst zehn Räume, deren hintere Felswände ausgehöhlt wurden. Die einzelnen Gebäudeteile sind mit Treppen, Brücken und Leitern miteinander verbunden. Das Kloster ist nach unten mit Balken abgestützt und gewinnt dadurch optisch an Leichtigkeit und Eleganz.

Nicht weit entfernt von Hunyuan liegt in der Lößebene die kleine Stadt Yingxian, an sich keiner besonderen Erwähnung wert. In der Mitte der Stadt steht jedoch eine 67 m hohe achteckige Holzpagode aus der Liao-Dynastie, die außerordentlich gut erhalten ist und als älteste Holzpagode Chinas gilt.

 
     
 

 

     
 
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